10 Regeln für erfolgreiche Selbständige – Gastartikel von Eva Laspas

Gastartikel Eva Laspas

Heute schreibe ich nicht selbst, sondern habe einen Gastartikel von Eva Laspas für dich. Eva ist selbst schon viele Jahre eine erfolgreiche Selbständige und weiß, wovon sie spricht. Nachdem wir beide gerne netzwerken, haben wir uns vor etwa 15 Jahren bei den "Business Mamas" kennen gelernt und hatten seither immer wieder einmal Kontakt. Vor Kurzem hat Eva die Akademie Schreiben lernen gegründet und auch ein Buch mit dem Titel "Werbetexte schreiben lernen" verfasst. Beides möchte ich all jenen UnternehmerInnen wärmstens empfehlen, die in Zukunft mit Artikeln und Blogs auf sich aufmerksam machen möchten. Doch nun lassen wir Eva Laspas sprechen:[headline style="3" font_size="30" align="center" headline_tag="h2"]

10 Regeln für erfolgreiche Selbständige

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Immer wieder liest du in Blogs oder Posts auf FB über die Selbstständigkeit, darüber, wie toll das alles ist und wie viel du damit verdienen kannst? Und bist dir vielleicht noch nicht ganz sicher, ob du es wagen solltest? Oder hast es schon gewagt, konntest aber noch keine wirklichen Erfolge verbuchen?

Ich möchte dir gleich zu Beginn sagen, dass das „Selbstständig sein“ wirklich toll ist, aber nur, wenn du dich an die Regeln der Selbstständigkeit hältst.

Regeln für Selbstständige?

Ja, wir Selbstständige haben unsere Regeln. Nach denen richten wir uns. Wenn du also der Meinung bist, du wirst selbstständig, weil du generell keine Regeln magst, dann muss ich dich gleich vorweg enttäuschen – ohne Regeln geht es auch hier nicht. Der Unterschied ist nur, dass du dir diese Regeln selber machst.

Wenn du dich selbstständig machst, weil dir die Regeln deines Chefs auf die Nerven gehen, dann hast du hier die Chance, dir deine eigenen Regeln zu erstellen.

Als selbstständige UnternehmerIn hast du Regeln:

  • Gesetzmäßigkeiten auf dem Markt.
  • Regeln, die du dir selber für dein Arbeitsleben (Arbeitszeit, Öffnungszeiten, Termine etc.) und
  • dein Unternehmen (CI, Logofarben, Telefonnummern, Preise etc.) aufstellst.

Und an die hältst du dich freiwillig. Du hast sie ja selber erstellt.

Hier habe ich dir 10 Regeln notiert, die für mich wichtig sind. Diese Regeln habe ich in 16 Jahren Selbstständigkeit für mich und mein Unternehmen aufgestellt. Es sind die Basics, erweiterbar und natürlich individuell anzupassen. Wenn du dich an die 10 Regeln hältst, dann schaffst auch du es.

Meine Regeln sind:

  1. Disziplin
  2. Kontinuität
  3. Verlässlichkeit
  4. Ständige Persönlichkeitsentwicklung und Authentizität
  5. Wissen erweitern und ständige Weiterbildung
  6. Chancen erkennen
  7. Rasch und im richtigen Moment handeln
  8. Langer Atem und Geduld etwas wachsen zu lassen
  9. Loslassen können
  10. Um Hilfe bitten

1.) Disziplin:

Disziplin gehört in jedem Fall dazu, denn es ist wichtig, dass du in der Früh aufstehst und in die Arbeit gehst. Das war bisher vielleicht auch so, nur gehst du jetzt in deine eigene Firma. Aufgaben und To-Dos, die du liegen lässt, bleiben liegen. Bleibst du heute im Bett, hast du morgen doppelt so viel zu tun. Außerdem arbeitet immer unser Unterbewusstsein mit: Wenn du selber das Gefühl hast, dass du dich nicht auf dich verlassen kannst, weil du den Kampf mit dem Schweinehund öfter verlierst und im Bett bleibst (oder den Tag sonst wie vertrödelst), dann machst du es dir selber schwer, wenn du einen Auftrag an Land ziehen möchtest. Denn wenn du dem Kunden einen Termin zusagst und den „verlässlich“, dann wird eine Stimme im Hinterkopf schreien, dass du nicht verlässlich bist.

Sei diszipliniert und stehe also jeden Tag auf. Schreibe dir jede Aufgabe auf den Kalender. Teile große Aufgaben auf mehrere Tage auf. Hake ab, was du erledigt hast. Kontrolliere, was dir übrig bleibt, nimm das in den nächsten Tag – lerne, besser zu planen. Lass Platz in deinem Kalender für Unvorhergesehenes. Lobe dich, anerkenne, was du geschafft hast. Nimm dir wirklich Freizeit, halte deine Geschäftszeiten ein, plane nicht nur Urlaubszeiten, sondern halte sie auch ein. Lege dir für wiederkehrende Aufgaben fixe Tage zu.

Erweitere diese Liste ständig, bleib immer am Ball.

2.) Kontinuität:

Mach dir eigene Öffnungszeiten und halte dich daran. Zu diesen Zeiten bist du erreichbar. Mach dir ein Firmentelefon, hier sollte eine geniale Ansage auf der Mailbox sein (z. B. wann deine Öffnungszeiten sind, deine www oder deinen nächsten Termin). Und du meldest dich zu Öffnungszeiten wie eine Firma. Ein verschlafenes „Ja“ oder ein unfreundliches „Hallo“ vergrault sicher jeden Kunden.

Erstelle dir einen Plan, wie du welche Arbeitsabläufe gestaltest. Mache dir für wiederkehrende Aufgaben Vorlagen und Listen. Schau, welche Arbeitsabläufe du wie vereinfachen kannst. Besonders wenn du mit Kunden arbeitest, solltest du kontinuierlich arbeiten. Plane dir fixe Zeiten für diese Arbeiten ein, plane Termine, halte sie ein. Gestalte Vorlagen, dass deine Arbeit ein ordentliches „Gesicht“ hat.

3.) Verlässlichkeit:

Eigentlich ist dieser Punkt nur ein weiterer Punkt zu den ersten beiden. Sage niemals ein Angebot beim ersten Telefonat zu. Nimm alle Fakten auf, die du brauchst, um hinterher eine gute Aufstellung oder einen Kostenanschlag abgeben zu können.

Biete deine Leistungen als Pauschale an und nicht auf Stundenhonorar. Für dich selber planst du in etwa die Stunden. Wenn du dir nicht sicher bist, wie lange du brauchst, veranschlage lieber mehr Stunden als zu wenige.

Überlege, was du zusagst und halte dein Wort. Wenn du etwas nicht machen möchtest, sage das und mache es nicht. Zusagen halte ein, komme, was da wolle.

Zusagen und dann abspringen - vielleicht noch kurz vor dem Termin - ist ein Todesstoß für dein Unternehmen.

4.) Ständige Persönlichkeitsentwicklung und Authentizität:

Arbeite ständig an dir, geh zu einem Coach, lies Bücher, mach Seminare auch im persönlichkeitsbildenden Bereich. Du wächst mit deinem Unternehmen, dein Unternehmen wächst mit dir.

Sei in jeder Minute deines Lebens so authentisch wie es dir möglich ist. Erkenne, wo dir das nicht möglich ist, frage dich, warum und arbeite weiter an dir.

Deine Preisbildung, dein Auftreten, dein Überleben als UnternehmerIn hängen alleine von deiner Persönlichkeit, deinem Selbstbewusstsein und deinem Willen zur Weiterentwicklung ab. Wenn sich etwas immer wieder spießt, gehe zu einem Coach, eventuell hängst du an einem deiner blinden Flecken.

5.) Wissen erweitern und ständige Weiterbildung:

Sorge dafür, dass du dir die wichtigsten Kenntnisse für dein Unternehmen aneignest. Und dafür, dass dein Wissen immer mit der Marktentwicklung übereinstimmt.

Meike hat dir gerade für deinen Start sehr viele wunderbare Kurse entwickelt. Sie selber war ja auch einmal ein Start-up und weiß daher am besten, was du brauchst  ,-).

Ich selber habe ihre Marketing-Kurse komplett gekauft, besonders für den Start empfehle ich dir:

Dann lerne richtig gute Texte zu schreiben. Das brauchst du wie Luft zum Leben. Dabei hilft dir unser Buch „Werbetexte schreiben lernen“.

Ich sage immer: „Viele geniale Ideen scheitern, weil die Anbieter nicht gut texten können. Und damit auf dem Markt nicht wahrgenommen werden. Hier unterstützen wir mit dem Buch und dem Angebot der Akademie Schreiben lernen. Uns ist wichtig: Jeder soll eine Chance bekommen. Und die kann nicht vom „Schreiben können“ abhängig sein.“ Darum habe ich die Akademie Schreiben lernen gegründet.

Mit 21 Aufgaben kannst du in nur 21 Tagen einen genialen Kurztext von 140 Zeichen und einen längeren Werbetext von 800 Zeichen nach Anleitung texten lernen. Das Buch wird ergänzt durch Arbeitsblätter zum Downloaden sowie eine geschlossene FB-Gruppe, wo ich die geposteten Aufgaben kommentiere.

Die Lerneinheiten nehmen jeder Schreibblockade gleich den Wind aus den Segeln. Die Übungen machen Spaß und Lust auf mehr. So wird insbesondere in den ersten Tagen kaum bewusst „geschrieben“, sondern nur mit Wörtern „gespielt“. Tag für Tag steigerst du dein Wissen und übst in 21 Tagen bessere Texte zu schreiben.

6.) Chancen erkennen:

Märkte entwickeln sich. Konnte man vor zwei Jahren noch eine normale Homepage haben, muss die jetzt „mobiltauglich“ sein. Sonst wird sie von Google mehr oder weniger ignoriert. Das heißt, dass du dich für deinen Kunden schlau machst und immer den Markt und seine Strömungen im Auge behältst. Wir UnternehmerInnen heißen so, weil wir ständig etwas unternehmen. Sich auf Lorbeeren ausruhen ist heutzutage nicht mehr. Das Motto heißt: Ständig weiterentwickeln, neue Produkte schaffen, neues Wissen übermitteln.

Wissen birgt immer die Chance, eine Neuheit auf dem Markt zu erkennen und dich dann genau dorthin zu setzen. Oder einen Kunden von dir.

7.) Rasch und im richtigen Moment handeln:

Selbstständige überleben am Besten, wenn sie rasch und im richtigen Moment handeln. Das setzt voraus, dass du deinem Instinkt oder deinem Bauchgefühl vertraust. Hörst du ein Angebot, entscheidest du rasch und sicher, ob es relevant ist oder nicht. Ist es das nicht, sage es. Sage „nein danke“. Ist es relevant, schlag zu.

Steige in den Aufzug ein, solange die Türen noch offen sind. Je länger du wartest, desto mehr schmerzt das Einsteigen.

8.) Langer Atem und Geduld, etwas wachsen zu lassen:

Gib deinem Unternehmen eine reelle Chance. Plane, arbeite kontinuierlich, verlässlich und stetig mit einem Auge auf den Markt. Plane immer wieder neu, genau am Markt entlang. Probiere Neues für eine gewisse Zeitspanne aus – 3 Monate sind immer eine gute Zeitspanne. 3 Monate, 3 Jahre. Danach siehst du, ob deine Strategie etwas bringt oder nicht.

Du kannst auch eine Umfrage machen, den Markt testen. Aber auch da – setz dir einen zeitlichen Rahmen und halte den ein.

Manche Dinge brauchen Zeit. Bist du in einer Branche völlig unbekannt, beginnst gerade dein Unternehmen - dann dauert es mehr oder weniger Zeit, bis du dich bekannt gemacht hast. Dazu brauchst du deine Regeln. Geduld will gelernt sein, zu lange warten ist allerdings auch nichts.

9.) Loslassen können:

Du hast etwas aufgebaut, vielleicht jahrelang davon gelebt, dann bricht der Markt ein oder du entwickelst dich weiter. Lässt lieb Gewonnenes zurück. Das hast du hoffentlich schon lange vorher erkannt und dir Gedanken gemacht. Alternativen gefunden, Neues aufgebaut.

Oder verkauft.

Dann musst du ganz und gar loslassen können. Richte deine Energien auf das Neue.

10.)   Um Hilfe bitten:

Netzwerken ist ganz wichtig, noch viel wichtiger als vor 16 Jahren. Ohne Netzwerk geht nichts, bist du allein. Ich kann mir schwer vorstellen, wie du ohne Netzwerk überleben kannst. Ich kann es nicht. Wenn schon EinzelunternehmerIn, dann im Netzwerk mit anderen. Sich gegenseitig stützen, fördern, helfen und voneinander lernen.

Und lernen um Hilfe zu bitten, auch wenn es schwer fällt. (Letzteres fällt unter den Punkt „Persönlichkeitsentwicklung“.)

In diesen Sinn wünsche ich dir ein obergeniales Selbstständigsein!

 

Deine

Eva Laspas

4 Kommentare

  1. Veröffentlich von Eva Laspas am 6. September 2016 um 13:44

    Liebe Meike, danke für diese Möglichkeit des Gastbeitrages! Mögen wir noch viele Jahre gemeinsam „Dinge“ aushecken. ,-)
    lg Eva Laspas

  2. Veröffentlich von mh_meike am 6. September 2016 um 17:10

    Ja, sehr gerne!

  3. Veröffentlich von Marko Huemer am 17. Oktober 2016 um 14:56

    Hallo! Guter Beitrag 🙂
    Die passenden Regeln für seine Selbständigkeit zu habe und einzuhalten ist sehr wichtig. Gerade der Punkt der Weiterentwicklung sollte nicht vernachlässigt werden. Doch bevor man überhaupt so weit kommen kann, muss man sich zu Beginn bzw. vor der Gründung eines Unternehmen noch weite Fragen stellen. Was muss finanziert werden und auch womit. Wie sieht der Markt für mein Produkt aus, usw. Hierzu habe ich hier ebenfalls meine Erfahrungen gesammelt und für jeden bereitgestellt der interesse daran hat: https://www.youtube.com/watch?v=coVVybqKP4Y&index=1&list=PLp21M5oHbM2YkbNtlmSsloTKlJPSzhkex

    Die 10 genannten Punkte treffen auf einen Unternehmer zu, doch sollte auch hier ein ROI aufgebaut werde. Auch anders könnte noch berücksichtigt werden, doch das würde hier jetzt den Rahmen sprengen. Ein Jungunternehmer muss zu Beginn auf noch viel mehr Dinge achten, über die oft nicht sonderlich viel geredet wir.

    Danke für diesen Beitrag und schaut doch mal in meinem Kanal vorbei, wenn ihr Lust dazu habt. 😉

    LG Marko

  4. Veröffentlich von Jürgen Scholl am 4. März 2017 um 12:58

    Vielen Dank für die guten Tipps!

    Ich möchte gerne noch einen ergänzen, der mir weitergeholfen hat. Und zwar sollte man als Unternehmer eine Wissensdatenbank aufbauen. Damit meine ich, dass sämtliche Informationen, auch wenn sie zunächst unwichtig erscheinen, abgespeichert werden. Wie oft passiert es mir, dass ich vor einem Problem stehe und froh bin, dass ich auf meine Datenbank zurückgreifen kann. Das können z.B. alte Angebote sein, E-Mail-Verläufe, eine Liste mit Dienstleistern für unterschiedliche Bereiche oder auch einfach nur die Telefonnummer eines guten Italieners für ein spontanes Geschäfstessen. Die Liste ist sicher unerschöpflich und für jede Unternehmung anpassbar. Ich jedenfalls bin froh, auf viele Informationen, welcher Art auch immer, zugreifen zu können.

    Viele Grüße
    Jürgen

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